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«Si Majestät, dr Stiibock – sit 20 Jahr im Naturpark Diemtigtal»

Diemtigtaler Umweltbildungstage 2021/22 «Steinbockkolonie»

Wir zeigen dir die Angebote rund um das 20-Jahre-Jubiläum unserer Steinwildkolonie

2001 wurden die ersten «Diemtigtaler Steinböcke» im Naturschutzgebiet Spillgerten, am Talabschluss des Diemtigtals, angesiedelt. Insgesamt fanden im Zeitraum von 2001 bis 2003 fünf Böcke und ebenso viele Steingeissen im Gebiet Wildgrimmi ihr neues Zuhause. Heute zählt die 13. und jüngste Steinwildkolonie des Kantons Bern rund 180 Tiere und erfreut sich bester Gesundheit. Eine erzählenswerte Erfolgsgeschichte, deren Gelingen rückblickend nicht immer selbstverständlich war.

Weshalb fühlt sich das Steinwild im Naturschutzgebiet Spillgerten so wohl? Was sprach vor zwanzig Jahren für die Wiederansiedlung dieser Wildtierart im Diemtigtal und welche Bedenken gab es ernst zu nehmen? Und auf welche Erfahrungen können wir heute zurückblicken? Solchen Fragen gehen die Diemtigtaler Umweltbildungstage nach und geben mit verschiedenen Anlässen für die Bevölkerung, Gäste und die Schulklassen der Gemeinde Diemtigen und Zweisimmen Einblick in den spannenden Prozess der «Wiedereinbürgerung».

Informiere dich jetzt über die Angebote für Schulen und die öffentlichen Anlässe

  • Schau mit uns zurück auf den historischen Moment, als die ersten Steinböcke und -Geissen im Wildgrimme den Schritt in ihre neue Freiheit machten

  • Fachleute sind vor Ort. Sie wissen fast alles, und beantworten all deine Fragen rund um das Steinwild

  • Die Exkursionen bieten den Schulklassen Möglichkeiten, sich vertieft mit etwas Neuem auseinander zu setzen und so das Thema auf einen zweiten Blick zu erleben

  • Angebote für die Diemtigtaler und Zweisimmner Schulklassen aller Altersstufen und öffentliche Veranstaltungen für Familien und Individualgäste

Spezielle Bildungsanlässe im Naturpark Diemtigtal

Veranstaltungen zu Naturthemen, Exkursionen und Vorträge stehen jährlich in der Naturpark-Agenda. Sie werden jeweils als Halbtages-, Tages- oder Mehrtagesanlässe an einem besonders gut geeigneten Standort im Diemtigtal durchgeführt. Wenn immer möglich ziehen wir Leistungsträger und Fachleute aus dem Diemtigtal bei. Das macht die Veranstaltungen lehrreich, lebendig und vielseitig – für alle.

Wiedereinbürgerung des Steinwildes im Kanton Bern

Nach der letzten Eiszeit besiedelte der Steinbock weitab von menschlichen Behausungen meist die Gebiete oberhalb der Waldgrenze. Als ab der ersten Jahrtausendwende unsere Vorfahren ihre Siedlungen bis über die Waldgrenze hinaufzogen, wurde der Jagddruck auf die scheuen Tiere, die sich «nur» in nächste Felsen flüchteten, immer grösser. Der Mensch engte durch die Rodung von Waldflächen zugunsten von Weiden nicht nur seinen Lebensraum ein, sondern jagte ihn auch als Fleischlieferant und primär für medizinische Zwecke. Das Aufkommen der Feuerwaffen im 16. Jahrhundert führte zu einer intensiveren Bejagung. Als Folge war der König der Alpen im 18. Jahrhundert nicht nur in der Schweiz, sondern praktisch im ganzen Alpenraum ausgerottet. Einzig im Aostatal im Jagdrevier der italienischen Könige blieb ein lokaler Bestand erhalten.

Etliche Steinkitze aus dem italienischen Gran Paradiso bildeten den Grundstock für das Zuchtprogramm im St. Galler Wildpark Peter und Paul zur Wiedereinbürgerung des Steinwilds in der Schweiz. Der Kanton Bern spielte bei der Schweizer Wiedereinbürgerung eine wichtige Rolle. So züchtete der Alpenwildpark Harder als zweiter Schweizer Wildpark reinblutige Steinböcke mit dem Ziel, sie in den Bergen auszusetzen. Die Interlakner Zucht wurde insbesondere deshalb wichtig, weil der Tierpark Peter und Paul wegen Krankheiten keine Tiere mehr liefern konnte.

Am 10. Juni 1921 wurden vier Geissen und drei Böcke beim Wannichnubel am Hardergrat in die freie Wildbahn entlassen, ein Jahr später nochmals fünf Tiere am selben Ort. Allesamt zogen sie noch im selben Sommers ans Augstmatthorn weiter. Als die Kolonie am Augstmatthorn immer grösser wurde, nahmen die Klagen der Bauern und Förster über Schäden zu und Forderungen nach Abschüssen wurden laut. Die Wildhut und der Alpenwildpark im Kanton Bern entwickelten daraufhin eine Methode zum Einfangen von Steinböcken in freier Wildbahn. Somit wurden nicht nur Schäden verhindert, es wurde auch möglich, Tiere einzufangen und an anderen Orten wieder auszusetzen und neue Kolonien zu gründen. 13‘000 Steinböcke lebten 2006 bereits wieder in der Schweiz, davon rund 1000 im Kanton Bern. 

Steinwild im Diemtigtal: ein zeitlicher Abriss

Die Idee der Ansiedlung von Steinwild im Naturschutzgebiet Spillgerten stammt aus dem Jahr 1999. Der damalige Wildhüter R. Kunz nahm die Idee seines Vorgängers A. Stauffenegger auf, der bereits in den 80-er Jahren plante, im Diemtigtal Steinwild anzusiedeln, dies aber aufgrund von Widerständen in der Bevölkerung zweimal nicht umsetzen konnte.

Im Juli 1999 stellte R. Kunz dem Biologen und Steinwildexperten Dr. phil. nat. P. Lüps die Anfrage für eine interne Gebietserkundung im Raum Seehore, Alpetli–Fromatgrat, Wildgrimmi, Spillgerten. Die Idee und das vorgesehene Gebiet wurden von P. Lüps als realistisch und geeignet beurteilt. Im August kam es zur offiziellen Begehung mit P. Lüps, dem damaligen Jagdinspektor des Kantons Bern P. Jüsy und den beiden lokalen Wildhütern W. und R. Kunz. 

Im September des darauffolgenden Jahres fand die Gebietsbegehung mit allen 35 involvierten Akteu-ren der Projektbegleitgruppe statt. Der damalige Diemtiger Gemeinderatspräsident, Jakob Werren, äusserte sich während der Begehung wie folgt: «In einem Tal mit 130 km2 Fläche haben neben 4000 bis 5000 Schafen sicherlich auch noch zehn bis zwanzig Steinböcke Platz!» Diese Worte haben dem Vorhaben talintern höchstwahrscheinlich Tür und Tore geöffnet. 

Anfangs 2001 lagen alle Bewilligungen vor und die Auswilderung der ersten Tiere fand am 11. Mai 2001 statt: Steinbock Peter und Steingeiss Elisabeth wurden unterhalb des Ankenstocks im Wildgrimmi ausgesetzt. Weitere Tiere folgten mit den Steinböcken Ruedi und Christian und der Steingeiss Rega. 2002 wurden vier weitere Tiere und 2003 die letzte Steingeiss im Gebiet ausgewildert. Die heute zwanzigjährige Kolonie mit geschätzt gut 180 Tieren geht auf diese zehn wiederangesiedelten Tiere zurück.

Ein lehrreiches Erlebnis für die Schulen Diemtigtal und Zweisimmen

Dieses Jubiläum der rückblickend sehr erfolgreichen Wiederansiedlung bietet für den Naturpark Diemtigtal Anlass, die Auswilderungsgeschichte der jüngsten Steinwildkolonie im Kanton Bern und den Alpensteinbock als Hauptdarsteller dieses und das nächste Jahr in den Fokus der «Diemtigtaler Umweltbildungstage» zu stellen. Die prächtigen Steinböcke, die sich in den vergangenen Jahren rund um das Seehorn entwickelt haben, sind heute des Diemtigtalers und Zweisimmners Stolz.

Weshalb fühlt sich das Steinwild im Naturschutzgebiet Spillgerten so wohl? Was sprach vor zwanzig Jahren für die Wiederansiedlung dieser Wildtierart im Diemtigtal und welche Bedenken gab es ernst zu nehmen? Und auf welche Erfahrungen können wir heute zurückblicken?

Solchen Fragen gehen die Diemtigtaler Umweltbildungstage nach und geben mit verschiedenen Anlässen für die Bevölkerung, Gäste und die Schulklassen der Gemeinde Diemtigen und Zweisimmen Einblick in den spannenden Prozess der «Wiedereinbürgerung», sowohl lokal als auch mit dem globalen Blick auf den gesamten Europäischen Alpenraum.

Angebot für die Bevölkerung, Individualgäste und Familien

Um eine noch grössere Reichweite zu erzielen, wird das Programm der Umweltbildungstage für Schulen zusätzlich mit Angeboten für Familien und erwachsene Individualgäste ergänzt. Im Zeitraum von Ende Juni bis Anfangs November 2021 finden deshalb Exkursionen ins Wiederansiedlungsgebiet und drei Abendanlässe zu den Themen «Rund ums Horn», «die Wiedereinbürgerung» und «der teuerste Steinbock der Erde» statt.

Wertvolle Zusammenarbeit und Unterstützung

Die Angebote zu den Diemtigtaler Umweltbildungstagen werden in Zusammenarbeit mit Fachpersonen durchgeführt, welche unter anderen bei der Wiederansiedlung des Steinwilds im Diemtigtal involviert waren. Das Jagdinspektorat des Kantons Bern, Pro Natura Berner Oberland und der Jägerverein Niedersimmental unterstützen und tragen die Jubiläumsanlässe mit.

Einblick in die vergangenen Bildungsanlässe

Seit der Entstehung des Naturparks Diemtigtal durften wir schon viele Bildungsanlässe erfolgreich durchführen. Nachfolgend geben wir dir einen thematischen Einblick.

 

© Rahel Mazenauer

2020: Forstwirtschaft

Das Leben ohne Wald wäre im Diemtigtal kaum möglich. Er schützt die weit verteilten Häuser und Verkehrswege vor Naturgefahren wie Lawinen, Steinschlag, Hangrutschungen und Hochwasser – aber nur, wenn er auch entsprechend gepflegt ist.

© Heinz Lerch

2019: An der Quelle

Quellen gehören zum Diemtigtal wie das Gras auf die Alpweiden. Wir beziehen von ihnen Trinkwasser und nehmen sie in unserer Landschaft mal mehr oder weniger wahr.

© Anna-Dora Sartorio

2018: Ab in die Hecke

Hecken bringen Vielfalt in die Schweizer Kulturlandschaft. Als grüne Autobahnen sind sie wichtige Verbindungswege und Lebensräume für unsere Wildtiere.

© Andreas Jaun

2016: Wiesen und Weiden

Kennst du die Pflanzen in unseren Wiesen und Weiden? Welche Kleintiere lassen sich in diesem Lebensraum finden? Was sind die Überlebensstrategien unserer Weidepflanzen und wie gehen sie mit Tritt und Verbiss von Tieren um?

© Naturpark Diemtigtal

2015: Geologietage

Die Diemtigtaler Geologietage wecken auf dem «Geopfad Wiriehorn» den Forschergeist der Besucher, schärfen den Blick für die Landschaft und die darin laufenden Naturprozesse und machen Geologie praktisch erlebbar.

© D. Göebel-Berggold

2014: Vogeltage

Welche Vögel leben bei uns im Diemtigtal? Wie findet sich eine Eule nachts fliegend zurecht? Warum erfrieren die Birkhühner im Winter nicht? Gibt es Vögel, die auf dem Boden brüten?

© Severin Erni

2013: Reptilientage

Schlangen und Echsen sind wunderbare und schöne Tiere. Oder löst das Wort «Schlange» Ekel und Ängste aus? Das soll so nicht sein, denn die eleganten Tiere haben unsere Achtung und unseren Schutz verdient.

Gut zu wissen

342

zufriedene Schülerinnen und Schüler nahmen 2019 am Bildungsanlass «An der Quelle» teil. Wie viele werden es wohl dieses Jahr sein?

stufenorientierte

Angebote für Schulklassen und öffentliche Exkursionen und Vorträge

Lehrplan 21

und Bildung für Nachhaltige Entwicklung: Unsere Angebote weisen die geforderte Qualität auf

Erlebnisse rund um das Thema Steinwild – auch für dich?

Seitenabschluss

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